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Namibia-
Die Löwen der Namibwüste

Die gefallenen Könige
Löwen in der Namibwüste
 
"Die lokalen Bauern müssen mehr vom wachsenden Tourismus profitieren. Wir müssen ihnen Wege aufzeigen, wie sie ihre Rinder und Ziegen besser schützen können." Seit 19 Jahren lebt Dr. Philipp Stander in der Wüste, nahe dem Hoanib Flusses, der durch den Skeleton Coast Nationalpark bei Move Bay in den Atlantik mündet. Er hat sein Leben ganz den verbleibenden Wüstenlöwen gewidmet. Ein Einsiedler im Nirgendwo. Oft bleibt er Wochen alleine in der Namibwüste. Sein Geländefahrzeug ist sein Arbeitsplatz, sein Bett, sein Zuhause und für den Notfall seine Krankenstation mit Infusion und dem wichtigsten Operationsbesteck. Er spricht nicht viel. Er versteht Tiere besser als die Menschen. Philipp Stander bevorzugt die Einsamkeit.
 
Ab und zu macht er Halt beim Hoanib Wilderness Camp, tauscht sich aus mit der Biologin Demsey und trinkt einen Capuccino. Das ist die Chance auf ein kurzes Gespräch. Ist ein neues Löwenmännchen in das hiesige Territorium vorgestossen? Wie beschaffen sich die drei verwaisten Löwenbabies ohne jegliche Unterstützung Nahrung?  Philipp Stander kennt die Antworten. Dank modernsten Peilsendern weiss er auch, wenn der letzte noch lebende König der Namibwüste sich zu nahe bei Farmgebieten aufhält und Gefahr läuft, erschossen zu werden. So wie seine vier Brüder.
 
Im legendären Dokumentarfilm "The Vanishing King" nannte man sie die fünf Musketiere. In enger Zusammenarbeit mit dem National Geographic erzählt das Filmer-Ehepaar Steenkamp die dramatische Geschichte eines Löwenrudels in der Namibwüste. Dieses besteht aus drei Weibchen und fünf jungen Männchen - den fünf Musketieren. Nachdem die älteste Löwin starb, trennten sich die Wege der beiden verbleibenden Weibchen und der fünf Musketiere. Philipp Stander war es, der die Löwin und deren Kinder während 17 Jahren begleitete. Er war es auch, der ihr nach dem Tod den Sender abnahm und so die Geschichte aus dem Jahre 2013 zu Ende erzählte.
 
Es ist einer dieser seltenen Tage, an denen sich Philipp Stander einen Cappucchino gönnt, sich kurz mit den Rangern unterhält und wir, Gäste im Hoanib Wilderness Camp, einen Einblick in sein Leben erhaschen können. Auch unser Ranger Elias scheint die Informationen buchstäblich aufzusaugen. Wenig später wendet er sich zu uns und gibt uns unmissverständlich zu verstehen, unverzüglich aufs Geländefahrzeug aufzusitzen. Noch im Wegfahren teilte er uns mit, dass Philipp Stander eine Löwin nur unweit vom Camp entdeckt hat.
 
Seit zwei Jahren ist Elias Ranger im Hoanib Wilderness Camp. Er kennt die Region wie seine Westentasche. Mit viel Passion und ungeheurem Wissen begeistert er uns jeden Tag aufs Neue. Unsere Fahrt führt vom Camp in den trockenen Hoanib Flusslauf. Dieser schlängelt sich bis zur 60km entfernten Küste. Die Sandabbrüche an dessen Ufern lassen uns erahnen, wie viel Wasser in der Regenzeit springflutartig zum Atlantik drängt. Nach ein paar Minuten Fahrt folgt ein grosses Schild "No Entry". Das ist die Grenze zum Skeleton Coast Nationalpark. Zugang zu diesem fragilen Ökosystem sind ausgewählten Safariunternehmungen vorbehalten.
 
Wir sind nicht alleine auf der Suche nach der Löwin. Schon bald erblicken wir das Geländefahrzeug des Ehepaar Steenkamp. Elias zeigt auf ein grosses Stück Schwemmholz. Dort liegt sie, eine der beiden Löwinnen aus dem Dokumentarfilm "The Vanishing King". Der Anblick erfüllt uns mit Demut. Professionell hält Elias unseren Wagen so, dass wir einen optimalen Blick auf die hungrig ausschauende Raubkatze erhalten. Noch steht die Sonne im Osten tief und das Licht für Fotoaufnahmen ist perfekt.
 
Nun erfahren wir die Fortsetzung der dramatischen Geschichte der letzten lebenden Wüstenlöwen. Noch bevor sich die beiden Mütter von den fünf Musketieren absetzten, habe sich eines der Männchen mit einer der Löwinnen gepaart. Diese Löwin brachte vor gut einem Jahr drei Junge zur Welt. Kurz darauf wurde sie vergiftet. Die drei jungen Löwen hatten fortan nur noch einen Bezugspunkt - deren Tante. Diese erfahrene Löwin haben wir jetzt im Visier unserer Kameras. Elias erzählt mit gedämpfter Stimme weiter: "Die Tante war alles andere als fürsorglich. Lange Zeit hatte Philipp Stander Bedenken, dass es die drei Kleinen nicht schaffen würden. Sie lernten es aber auf die harte Tour und sind heute, trotz nicht optimalen genetischen Anlagen, selbständig und in guter Verfassung."
 
Und die fünf Musketiere? Auf der Suche nach eigenem Territorium und geeigneten Weibchen zur Fortpflanzung sind vier von Rinderfarmern, weit nördlich, erschossen worden. Das einzige überlebende Männchen hat der Forscher Stander mittels Peilsender unter regelmässiger Beobachtung. Ein Funksignal, das dem letzten der Musketiere vielleicht einmal das Leben retten wird.
 
Das Ehepaar Steenkamp filmt die Fortsetzungsgeschichte. Dr. Philipp Stander verschreibt weitere Lebensjahre seiner Forschung. Sobald die drei Jüngsten gross genug sind, werden auch sie einen Peilsender erhalten und diesen hoffentlich bis zu einem natürlichen Tod um den Hals tragen. So, wie es die Heldin aus "The Vanishing King" tat.

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