Botswana - Okavango Delta
mit den Tieren per Du

Botswana - Okavango Delta - mit den Tieren per Du
Der nächste 3½-stündige Flug über das Okavango-Delta bringt uns nach Victoria-Falls (Zimbabwe). Die Zollformalitäten verliefen problemlos! Wenn man nicht im berühmten 5-Sterne-Hotel «Victoria Falls» absteigt, empfiehlt sich auf jeden Fall auf dessen Hotelterrasse eine Mahlzeit oder den bekannten 5-Uhr-Tee einzunehmen. Man geniesst einen herrlichen Blick auf die bekannte Rovos-Rail-Eisenbahnbrücke, hinter welcher man die Gischt der Fälle hört.
Ein Besuch des Victoria Fall National Parks ist ein Muss. Am Nachmittag scheint die Sonne so schön in die Gischt, dass man von allen Seiten einen Regenbogen in die Kamera bekommt. Es sollte genügend Zeit für diesen Ausflug eingerechnet werden, um zu verstehen, warum dieses Erlebnis zu den sieben Weltwundern zählt.

Auf dem Weg zum Sambesi-River und dem ebenfalls wiederum berühmten Sonnenuntergang wurden wir von einer Herde von fünf Elefanten aufgehalten, der es egal war, ob wir an Land oder eben auf einem der Schiffe dieses Spektakel miterlebten. Mit Mühe erreichten wir unser Schiff und zusammen mit Flusspferden, Krokodilen und farbigen Vögeln ging dieser Tag zu Ende. Ein unvergessliches Erlebnis!
Via Landweg fuhren wir zum Grenzposten Zimbabwe/Zambia. Mit Sprachhilfe eines Kollegen liess uns der diensthabende Offizier die Grenze passieren.

Beim Anblick unserer nächsten Unterkunft «River Club» blieb mir fürs erste einfach mal die Sprache weg. Das ehemalige Herrschaftshaus steht direkt am Ufer des Sambesi Rivers und man hat von jedem der 10 Bungalows freie Sicht auf den Fluss. Auf dieser Seite sind die Bungalows ganz offen, also ohne Wand. Vom Bett wie auch aus der Badewanne geniesst man den ungehinderten Blick auf das Flussleben mit all seinen wilden Tieren und den Geräuschen, die uns unbekannt sind. Dieses Hotel ist in Privatbesitz und hat einen Vertrag mit Wilderness. Prinz Eduard, Spross der englischen Königsfamilie fühlte sich auf jeden Fall in diesem Haus sehr wohl. Das Nachtessen ist eine Zermonie und ein Erlebnis. Einfach Spitze, was sich der Koch und seine Helfer Abend für Abend einfallen lassen. Sämtliche Gäste sitzen um einen Tisch und nach der Mahlzeit muss nach einem altenglischen Brauch noch eine Flasche Sherry geleert werden und die harmlosesten Tagesausflüge werden zu wilden Abenteuergeschichten.

Ab dem Flughafen Livingstone ging es weiter mit einer 14-plätzigen Maschine. Nach ca. 20 Minuten erreichten wir Kasane, wo die Einreiseformalitäten für Botswana erledigt wurden. Mit der gleichen Maschine wird das grösste Binnendelta der Welt (Okavango-Delta) überflogen und nach ca. 1¼ Stunden landen wir irgendwo ... so scheint es mir auf jeden Fall.

Auf den grösseren Inseln des Deltas gibt es kleine Flughäfen, welche jeweils mehrere Lodges und Camps bedienen. Vom Flugplatz fuhren wir noch ca. 30 Minuten mit offenen Wagen und per Boot nach «Vumbura».
Das Vumbura Camp besteht aus einem offenen, auf Pfählen erbauten Aufenthalts- und Speiseraum, Swimmingpool, Lese-Ecke und acht luxuriösen, in der Anlage verteilten Zelten.
Das Hauptinteresse der Touristen gilt hier natürlich den Games oder Pirschfahrten, welche jeden Morgen und jeden Abend unter kundiger Führung von Wildhütern durchgeführt werden. Diese Pirschfahrten erfolgen entweder in grossen Landrovern, welche während unseres Aufenthaltes, der Jahreszeit entsprechend, grössere Strecken bis über die Räder hinaus im Wasser fuhren. Ebenfalls eine grosse Erfahrung sind die Fahrten in den Einbäumen; diese Boote, besetzt mit zwei Touristen, sind nicht einfach zu steuern. Bewundernswert, wie die Führer in diesen Wasserwegen (gepfadet von Hyppos) die Orientierung behalten. Während den Wasserausflügen bewundert man Kleintiere, Seerosen, Papyrus-Sträucher; überhaupt kommt man aus dem Staunen über Flora und Fauna nicht heraus. Tagsüber sieht man hier vor allem sehr viele Vögel. Es werden deshalb auch spezielle Angebote für Ornithologen angeboten. Engländer sehen ihre Sommerbirdies hier im Winter und haben viel Spass dabei. Gegen Abend zeigen sich dann Moorantilopen, Geparde, Civets, Hyänen und andere Raubtiere.
Müde und ausgelaugt kommt man von diesen Ausflügen zurück und wird wiederum mit hervorragenden Gerichten auf den lustigen Abend am Lagerfeuer oder für einen erneuten Bushwalk gestärkt.
Wenn man nachts vom Aufenthaltsraum zum Zelt gehen will, darf man das in «Vumbura» sowie auf der Nachbarinsel «Little Vumvura» (fünf Zelte) nur in Begleitung eines Angestellten tun. Die Camps sind weder eingezäumt noch sonstwie gesichert. Es kann also auch vorkommen, dass man morgens um vier Uhr von einem Elefanten geweckt wird, der gerade neben dem Zelt einen Baum fällt oder, dass die Türe zum Zelt wegen Weiterarbeiten des Holzes nicht verschlossen werden kann! Die ganze Nacht mit brennender Taschenlampe auf der Lauer zu liegen hat mich sehr ermüdet und doch war ich stolz, den Morgen lebend zu geniessen.
Das Gespräch mit jener Amerikanerin, die seit acht Jahren regelmässig drei bis vier Tage auf dieser Insel verbringt, war sehr aufschlussreich. Schon über 36 Mal war sie Gast von Wilderness auf allen alt- und neu-eröffneten Camps und weiss sooooo viel zu erzählen. Schön, wenn man sich das leistet und geniesst!

Von Vumbura flogen wir nur 15 Minuten zum «Jao Camp». Auch hier wiederum kurze Fahrt mit dem Wagen, dann mit dem Boot ca. 15 Minuten zum sehr neuen, tollen Camp.
Das Jao Camp ist eine flächenmässig sehr grosse Anlage. Vom Bootssteg gelangt man zuerst auf einen kleinen Platz mit einer Feuerstelle; dort erwartet die Gäste ein feiner Willkommensdrink. Die Feuerstelle ist am Abend wiederum Treffpunkt für das Erzählen des Tagesgeschehens.
Die ganze Anlage, auch alle Verbindungswege, sind auf hohen Pfählen, zum Teil sogar hoch in den Bäumen gebaut und deshalb vor wilden Tieren absolut sicher. Der Aufenthaltsraum, die Bibliothek und der offene Essraum sind mit schönen Kunstgegenständen ausgestattet.
Die acht Bungalows für je zwei Personen sind etwas vom Schönsten, was ich je gesehen habe. Sie sind auf beiden Seiten des Haupthauses verteilt und riesig. Der grosse Balkon mit freischwingender Doppelliege lädt geradezu zum Faulenzen und zum Zuhören der Dschungelstimmen ein. Das ganze ist eine fantastische Anlage, sehr zu empfehlen, wenn man sich etwas Einzigartiges leisten will.

Unsere Reise ging langsam zu Ende und schweren Herzens verabschiedeten wir uns von einem Land, das uns in seinen Bann gezogen hatte. Der Flug nach «Maun» war kurz; im Hauptbüro von «Wilderness Safaris» hatten wir Zeit uns zu erfrischen und umzuziehen für den Heimflug. Nach dem 2-stündigen Flug wurden noch die wichtigsten Sachen im moderenen Flughafen Johannesburg eingekauft.
Der 10-stündige Nachtflug in der modernen Boeing 767 der South African Airways liess uns ausgeruht und ohne Jet-Lag in Zürich ankommen.

Nach dieser Reise habe ich mir vorgenommen, bei jeder Stress-Situation die farbigen Landschaftsbilder sowie das Rauschen des Urwaldes vor meinem geistigen Auge wandern zu lassen und mir die gleiche Ruhe heraufzubeschwören, die mich erfasste, sobald ich eines dieser Länder betrat.

Diese Reise ist für Individualisten geeignet, die sich gerne etwas abseits der grossen Touristenrouten bewegen.
Man benötigt einen Reisepass, welcher noch mindestens sechs Monate über das Rückreisedatum gültig sein muss. Für gewisse Gegenden ist die Malaria-Prophylaxe vorgeschrieben.

Als beste Reisezeit werden die Monate April bis November empfohlen.
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